Langzeitwohnen

Grundsätzliches

Unser Angebot richtet sich an erwachsene Menschen mit Sucht- und/oder anderen psychosozialen Problemen, die im Anschluss an eine stationäre Therapie oder an eine Entzugsbehandlung Unterstützung und Begleitung auf dem Weg in die Selbständigkeit brauchen. Das Betreute Wohnen bietet an den Standorten Windisch und Brugg insgesamt 16 Übergangs- und Langzeitplätze an.

Voraussetzung für das Langzeitwohnen

Unsere Klientinnen und Klienten bringen die Fähigkeit und Bereitschaft mit

  • sich im Alltag weitgehend selbständig zu bewegen und zu organisieren
  • sich auf den Integrationsprozess einzulassen
  • sich an die Hausregeln und den Betreuungsvertrag zu halten

Sie sind körperlich in der Lage, die Treppen zu den Wohnungen zu bewältigen und brauchen keine regelmässigen medizinischen Pflegeleistungen. 

Aufnahmebedingungen sind:

  • vollständiger körperlicher Entzug
  • in der Regel abgeschlossene stationäre Therapie
  • gültige Kostengutsprache vom Kostenträger oder Antrag auf Ergänzungsleistungen bei IV-Rentnerinnen und Rentnern
  • abgeschlossenes Aufnahmeprozedere (schrifftliche Bewerbung und Vorstellungsgespräch)
  • negative Urinprobe und negativer Atemluftest bei Eintritt

Der Eintritt kann freiwilig, d.h. ohne rechtliche Auflagen oder bspw. im Rahmen des Massnahmenvollzugs nach Art.60 StGB oder im Rahmen einer fürsorgerischen Unterbringung FU erfolgen. Aufnahmen mit gesetzlichen Auflagen erfolgen nur nach Vorliegen einer entsprechenden Verfügung der zuständigen Behörde. Jugendliche unter 18 Jahren werden auch mit Auflagen der Jugendanwaltschaft oder des Jugendgerichts aufgenommen. Das Einverständnis des Inhabers oder der Inhaberin der elterlichen Sorge muss schriftlich vorliegen.  

Verlauf Langzeitwohnen

Externer Eintritt

Bei einem externen Eintritt starten die Klientinnen und Klienten mit einer vierwöchigen Probezeit mit folgenden Zielen: Eingewöhnung in den neuen Tagesablauf (externe Tagesstruktur, Freizeitgestaltung) und Kennenlernen des Betriebs, der Mitbewohnerinnen und Mitbewohner und des Betreuungsteams. Im Rahmen des Auswertungsgesprächs Probezeit werden die individuellen Therapieziele schriftlich festgehalten. Diese Zielvereinbarung gilt als Arbeitsgrundlage für die Betreuung im Langzeitwohnen. Rückfälle jeglicher Art während der Probezeit führen zur Rückversetzung in den stationären Therapiebereich, resp. die Vorgängerinstitution.

Interner Wechsel

Ein interner Wechsel vom Übergangswohnen ins Langzeitwohnen wird in einem Standortgespräch mit möglichst allen Beteiligten (Klientin/Klient, interne Bezugsperson, externe Bezugsperson/Beistand, Kostenträger etc.) vereinbart und beginnt mit der Unterzeichnung des Betreuungsvertrags und der schriftlich festgehaltenen Zielvereinbarung für die nächsten sechs Monate.

Standortgespräche

Nach sechs Monaten wird der Entwicklungsprozess im Langzeitwohnen in einem Standortgespräch ausgewertet und die Ziele für die nächsten sechs Monate festgelegt. Diese Ziele werden wiederum in einem Standortgespräch spätestens nach einem halben Jahr ausgewertet. Bei erfolgreicher Bewältigung folgt die Austrittsphase. Das Langzeitwohnen kann bei Bedarf im gegenseitigen Einverständnis jeweils um ein weiteres Halbjahr verlängert werden. Mit Rückfällen arbeiten wir gemäss Rückfallkonzept. Nach einer Krisenintervention im stationären Bereich steigen die Klientinnen und Klienten im Probezeitstatus ein.

Austrittsphase

Planung und Vorbereitung des Abschlusses des Langzeitwohnens. Es besteht die Möglichkeit für eine Woche Probewohnen unter Alltagsbedingungen in der zukünftigen Wohnsituation. Die Austrittsphase endet mit dem Abschlussgespräch. Die letzten sechs Wochen müssen rückfallfrei bewältigt werden.

Tagessatz Langzeitwohnen

Im Langzeitwohnen beläuft sich der Tagessatz auf SFr. 102.-/Tag. Darin sind die Kosten für Unterkunft, interne Verpflegung und Reinigung (inkl. Abfallgebühren) und sozialpädagogische Begleitung (Gruppen- und Einzelgespräche) enthalten.

Taschengeld Langzeitwohnen

Alle weiteren persönlichen Auslagen, wie persönliche Hygieneartikel, Bekleidung, Fahrspesen, Freizeit etc. bestreiten die Klientinnen und Klienten mittels eines separaten, vom Kostenträger bewilligten Taschengeldes. Die Klientinnen und Klienten im Langzeitwohnen können in Absprache mit dem Behandlungsteam zu Übungszwecken ein eigenes Bank- oder Postkonto bewirtschaften. Bis zum Start dieser Übungssequenz müssen Konto- oder Kreditkarten beim Team oder beim Kostenträger deponiert sein.

Vermittlung an andere Fachpersonen

Schliessen Klienten und Klientinnen ihre teilstationäre Therapie ab ohne die Nachbetreuung durch das Betreute Wohnen zu beanspruchen, vermitteln wir sie an externe Fachpersonen weiter (z.B. ags Suchtberatung, Bewährungshilfe, Fachdienste, PsychotherapeutInnen). Im Rahmen des Therapieabschlusses findet in der Regel ein Übergabegespräch statt.