Leitbild

Wir sind eine private, politisch und konfessionell neutrale Stiftung mit Sitz im Kanton Aargau. Seit 1984 führen wir abstinenzorientierte Einrichtungen für Jugendliche und Erwachsene mit Sucht- und anderen psychosozialen Problemen. Unser Angebot beinhaltet den klinischen Entzug mit einer ersten Neuorientierungsphase, zwei stationäre Therapiestationen und einen umfassenden und differenzierten Nachbetreuungsbereich.
Folgende Betriebe gehören zur Stiftung für Sozialtherapie:

  • Klinik für Suchttherapie
  • Betreutes Wohnen
  • Wohnbegleitung

Alle Einrichtungen verfügen über die entsprechenden Betriebsbewilligungen des Kantons Aargau und sind von den Justizbehörden als Massnahmevollzugseinrichtung anerkannt.
In unserer Arbeit gehen wir von folgenden Grundsätzen aus:

Sucht hat viele Ursachen

Suchterkrankungen entstehen durch das komplexe Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren. Sowohl die individuelle Lebensgeschichte wie auch gesellschaftliche Faktoren spielen dabei eine Rolle. Unserem Selbstverständnis entsprechend sind wir einer differenzierten, wissenschaftlich begründeten und prozessorientierten Sichtweise von Suchtentstehung und -behandlung verpflichtet. Wir berücksichtigen in unseren Behandlungskonzepten die jeweils unterschiedlichen Therapievoraussetzungen und -bedürfnisse von Männern und Frauen sowie von Jugendlichen. In einem besonderen Masse beachten wir zudem die Anliegen von Betroffenen mit einem Migrationshintergrund, mit zusätzlichen psychischen Erkrankungen und mit Schwierigkeiten im Sozialverhalten.

Entwickeln positiver Lebensziele

Wir sprechen mit unserem Entzugs- und Therapieangebot Betroffene an, die aus ihrer Sucht aussteigen und für ihr weiteres Leben eine neue, zielgerichtete und eigenständige Perspektive entwickeln und realisieren wollen. Diesen Ausstieg verstehen wir als einen Weg, der von uns gemeinsam mit den Klienten und Klientinnen, den zuweisenden Stellen und den Kostenträgern geplant, umgesetzt und ausgewertet wird.

Persönliche und soziale Ressourcen nutzen

In unseren Einrichtungen finden die Klienten und Klientinnen in einer vertrauensvollen Umgebung zu ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen. Sie lernen ein auf ihre Möglichkeiten bezogenes, selbstverantwortliches und erfülltes Leben zu führen. In diesen Lernprozess wird auch das soziale Umfeld (Eltern, Geschwister, Partner, Beratungsstellen, Kostenträger, Arbeitgeber usw.) unterstützend einbezogen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung

Durch die interne Zusammenarbeit der Fachbereiche Medizin, Psychotherapie, Psychologie, Sozialpädagogik, Arbeitsagogik, Sozialarbeit und die Vernetzung mit externen Fachstellen (Psychiatrie, Berufsberatung usw.) bieten wir ein ganzheitliches Angebot an professioneller Unterstützung und Bildung. Dabei wird das Ziel einer beruflichen und sozialen Rehabilitation im Rahmen eines individuellen Entwicklungsprozesses verfolgt. Wir garantieren unseren Klienten und Klientinnen ein auf ihre jeweilige Situation und auf ihren persönlichen Prozess zugeschnittenes Entzugs- und Therapieangebot.

Kontinuierliche Auswertung und Weiterentwicklung der Angebote

Wir hinterfragen und reflektieren unsere Arbeit kontinuierlich und bilden uns regelmässig weiter, um auf dem aktuellen Stand des fachlichen Wissens zu sein und zu bleiben. Zu diesem Zweck pflegen wir mit Fachleuten und -verbänden aus dem Suchthilfebereich eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Wir setzen neue Erkenntnisse und Erfahrungen aus Forschung und Praxis im Dienste unserer Klienten und Klientinnen und deren Umfeld, der Kostenträger und der Allgemeinheit rasch um.

Die Qualität unserer Arbeit

Wir arbeiten nach transparenten Kriterien bezüglich der Qualität unserer Arbeit und entwicklen unsere Angebote im Rahmen des QM-Systems QuaTheDA weiter. Durch das Erarbeiten und Umsetzen von Qualitätskriterien garantieren wir einen hohen Standard unserer Angebote. Wir sind an einem aktiven Austausch mit anderen Einrichtungen der Suchthilfe, mit Kostenträgern, Klientengruppen und Behörden interessiert.

Persönlich und fachlich qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

Nur erfahrene, engagierte und für ihre Aufgaben persönlich und fachlich qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können die anspruchsvollen Aufgaben in unserer Stiftung erfolgreich bewältigen. Damit dies gewährleistet ist, sorgt die Stiftung als Arbeitgeberin im Rahmen ihrer Möglichkeiten für sichere und entwicklungsfähige Arbeitsplätze, unterstützt die Zusammenarbeit mit Ausbildungsinstitutionen und fördert die Weiter- und Fortbildung des Personals.

Unsere Arbeitskultur

Die Arbeitskultur innerhalb der Stiftung ist partnerschaftlichen Spielregeln verpflichtet. Die stifungsinternen Entscheidungen sind nachvollziehbar und transparent. Unsere Zusammenarbeit ist vertrauensfördernd, unsere Konfliktbewältigung entspricht den Prinzipien der gegenseitigen Achtung und Offenheit. Wir haben klare Organisationsstrukturen und ein kooperatives, situationsbezogenes Führungsverständnis, welches die Eigeninitiative und die Eigenverantwortung aller Beteiligten fördert und unterstützt.

Finanzen und Öffentlichkeit

Wir sind uns bewusst, dass Entzugs- und Therapieangebote Kosten verursachen, die weitgehend von der öffentlichen Hand und den Sozialversicherungen getragen werden. Wir führen deshalb unsere Einrichtungen auch im finanziellen Bereich transparent und kostenbewusst.
Darüber hinaus tragen wir die Erkenntnisse aus unserer Arbeit auch in die Öffentlichkeit, arbeiten in fachlichen Gremien mit und beziehen zu wichtigen suchtpolitischen Fragen Stellung. Wir befürworten eine Suchtpolitik, welche das Vier-Säulen-Modell des Bundes zur Grundlage hat. Unserem Auftrag entsprechend haben dabei die Anliegen der abstinenzorientierten Angebote Vorrang.

Dieses Leitbild wurde mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung erarbeitet und vom Stiftungsrat verabschiedet. Im Jahre 2015 wurde es zum letzten Mal überarbeitet und an aktuelle Entwicklungen angepasst.